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Erneuter Vorfall beim Tunnelbau der Südumfahrung in Küssnacht SZ

Zuerst Wasser und nun auch noch Sand: Rund ein Jahr nach dem Anstich für den bergmännischen Tunnel der Südumfahrung in Küssnacht mussten die Tunnelbauer die Arbeiten erneut unterbrechen. Eine Sandschicht hatte sich abgesenkt.

tunnelMitte Juli war rund die Hälfte der 348 Meter Untertagebau des Tunnels Burg ausgebrochen, als ein unerwarteter Wasserzutritt die Arbeiter zwang, den Tunnelvortrieb einzustellen. Während der Abklärungen, was gegen den Wasserzutritt unternommen werden kann, sollte der Tunnel als Herzstück der Umfahrung statt von Norden von Süden her vorgetrieben werden.

Nun stocken auch da die Arbeiten, wie das Baudepartement Schwyz am Donnertag mitteilte. Über dem Vortrieb, der rund 17 Meter unter der Oberfläche stattfindet, habe sich am Vortag eine Sandlinse gesenkt. Dadurch entstand ein mehrere Meter tiefer Schlot mit einem Durchmesser von rund fünf Metern.

Messungen hätten gezeigt, dass es sich um ein sehr lokales Ereignis handelt. Die angrenzenden Liegenschaften und die neu gebaute Stützmauer wurden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Die instabile Zone wird nun mit technischen Massnahmen verfestigt und als Vorsichtsmassnahme zusätzlich überwacht und vermessen. Das entstandene Loch könne anschliessend wieder aufgefüllt werden.

Man gehe davon aus, dass die Vortriebsarbeiten am Tunnel nur kurzzeitig unterbrochen werden. Ob dieser Unterbruch Auswirkungen auf den Terminplan der Südumfahrung Küssnacht und auf die Gesamtkosten haben wird, lasse sich im Moment noch nicht abschätzen.

Die Südumfahrung Küssnacht wird als Hauptstrasse gebaut und total 1230 Meter lang sein. Die Kosten für die Strasse, die den Ort vom Durchgangsverkehr entlasten soll, werden auf 120 Millionen Franken veranschlagt. Bauherr der Südumfahrung ist der Kanton Schwyz.

Küssnacht hat seit 1972 eine Nordumfahrung, die das Dorfzentrum vom Verkehr in Richtung Luzern entlastet. Auf die Südumfahrung – die Entlastung vom Verkehr zu den Luzerner Seegemeinden an der Rigi-Südflanke – mussten die Küssnachter jahrzehntelang warten. Spatenstich war im Juni 2015.

Die Südumfahrung wird zusammen mit der Nordumfahrung in ein Gesamtverkehrssystem eingebunden. Zu diesem gehören weitere Strassenausbauten, aber auch eine Verkehrsberuhigung im Dorfkern und in den zentrumsnahen Quartieren.